Drohnenlinien Ameland 2022

Beschreibung der Drohnenlinien für Ameland 2022

Es hat uns sehr gefreut Stefan und wir sagen herzlichen Dank fur deinen Beschreibung der Drohnenlinien 2022 !

 

 B4129(LS)

Die Königin Nr. 1 der Kombination B4129 = .21 – B1452.11(LS) cop B2097.01(LS)1dr habe ich Jans ter Bork und Engbert de Vries im Mai 2021 zur Verfügung gestellt. Es war eine meiner drei letzten Königinnen dieser Kombination. Ich habe mir davon viel versprochen und habe auch mit den beiden Schwestern sehr gute Erfahrungen in diesem Jahr gemacht. 4129.01 entstammt aus unserer Zusammenarbeit mit einem Königinnenvermehrer in Argentinien. Zunächst haben wir in unserem VSB-Projekt noch späte Nachzuchten unserer besten VSH-Zuchtmütter im September auf der Belegstelle Leyhörn erstellen lassen. Wenn das Wetter noch geeignet ist, dann sind die Ergebnisse dieser späten Begattungen sehr gut gewesen. Nicht so in 2019. Viele der Königinnen wurden von den Völkern auch nach Überwinterung und Reifung im Miniplus im Frühjahr umgeweiselt. Sie waren einfach nicht ausreichend begattet. So ist die Zusammenarbeit mit Argentinien entstanden. Wenn es bei uns tiefster Winter ist, dann ist es Sommer in Südamerika. 4129.01 wurde von mir aber noch nicht vorgetestet. So spreche ich bei den angegebenen Leistungsdaten wohlgemerkt von den Leistungsdaten der beiden mir noch verbliebenen Schwestern Nr. 28 und Nr. 29.

Die Königin Nr. 1 – 4129

B4129(LS) =

.21 – B1452.11(LS) cop B2097.01(LS)1dr :

.19 – B147Vt(LS) ins B525(LS) :

ilv.16 – B14Vt(RHO) ins B74Vt(KK) :

.13 – EL61(KK) hbg B235(PJ) : etc. (Elgon Queen – Josef Koller & Erik Oesterlund)

 

Die Mutter von B4129 ist die Königin B1452.11(LS). Sie ist eine Kombination von B147Vt(LS) Buckfast-VSH und B525(LS) Buckfast mit wenigen Milben.

Unter dem Link

https://perso.unamur.be/~jvandyck/homage/elver/reines/B1452.11(LS).19.html

können alle Daten zur B1452.11(LS) abgerufen werden.

Die Großmutter B147Vt hatte ich von Ralf Höling und Josef Koller in 2016 ganz zum Beginn unseres bayerischen VSB-Projekts erhalten. B147Vt hatte 88% VSH. B525 war zur Selektion im Wirtschaftsvolk und hatte wirklich so richtig wenige Milben, kein VSH-Test. Honig von beiden Linien sehr gut. B525 ist sehr schwarmträge und ruhig. Ich sage mal das ist die Linie zum Honigmachen.

Vielleicht noch eine Anmerkung zu Schwarmtrieb: Was bei mir Schwarmzellen hat fliegt rigoros raus aus der Zucht. Mit Schwarmtrieb habe ich daher schon jahrelang keine Probleme. Ich spare mir diese Arbeit! Die Bienen sind mit etwas Rauch normal zu bearbeiten. Diese Linie hat natürlich auch etwas Varroamilben. Sie kommt damit aber gut klar.


Die 1452.11 war eine erstaunliche Biene. Inzwischen war sie zweimal in Argentinien und sie hatte aus ARG zurückkommend trotz oftmaligen Schröpfens bis zum Winter 2020/21 wieder ein sehr starkes Miniplusvolk auf 24 Miniplusrähmchen aufgebaut.

Miniplusvolk der B1452.11(LS) im Januar 2021

B1452.11(LS) mit 92% VSH


Die Werte zu VSH, SMR und Bruthygiene:

 

 

 

 

 

 

Die Werte zu Recapping wurden leider nicht erfasst. Die Varroabefallswerte bei der Auszählung im August 2019 waren jedoch etwas höher als gewohnt. 1452.11 hatte 10,8% Brutbefall mit Varroamilben. Im November 2019 waren der Milbenfall dann im normalen Bereich unter 0,5 Milben am Tag. Die Milben waren wieder weggeputzt. Eine Behandlung war daher nicht erforderlich gewesen.

 


Beim SetBiE-Test der Universität Hohenheim in Baden-Württemberg war nur noch 1452.11 mit dabei:

 

 

 

 

Die Ergebnisse waren erstaunlicherweise etwas schlechter als die weiteren einddrohnbesamten Zuchtmütter 2097.1, 2097.8 und auch 5712.11. Offensichtlich liegt es auch an der normalen Besamung mit mehreren Drohnen. So wichtig der Vitalitätszuwachs durch die Multidrohnbesamung auch ist, in der Zucht auf das Verhaltensmerkmal SMR / VSH ist die SDI-Besamung wohl das geeignetere Mittel.

 

Nichts desto trotz: Auch von 1452.11 habe ich bereits einige Nachzuchten zu Testzwecken erstellt. Die Befallswerte mit Milben sind sehr niedrig. Ob es jetzt an SMR, VSH oder REC liegt? Eher nicht! Ich beobachte bei dieser Linie ein sehr gutes gegenseitiges Putzverhalten. Und die auslösende Schwelle des Varroamilbenbefalls für ein SMR/VSH Ausräumverhalten ist bei dieser Kombination offensichtlich höher als bei Vergleichslinien. Diese Linie hat wohl einiges an Grooming. Aber das ist mit wissenschaftlichen Mitteln nicht nachgewiesen. Es zählt hier für unsere Varroaresistenzzucht, dass die Völker nicht behandelt werden mussten. Sie werden ohne Behandlung überleben und schleppen Honig. Was wollen wir eigentlich mehr? Wir suchen ja gerade eine Buckfast-Biene die ohne Behandlung gegen die Varroamilbe überlebt (=VSB = Varroamite Surviving Bee).

 

Ich versprach mir daher aus der Kombination mit B2097.01(LS)1dr eine deutliche Steigerung des SMR/VSH-Verhaltens und des Recappings sowie einem hohen Grooming-Anteil bei gleichzeitig sehr niedrigem Varroamilbenbefall.

 

 

So komme ich zur Vaterlinie B2097.01(LS)1dr.

Hier das Pedigree:

 

B2097(LS)1dr =

 

.19-B209(FZ) sdi V973(PJ)1dr :

.18-B134(LS)1dr ins EL44(KK)1dr:

.17-B35(LS) ins B14Vt(RHO):

.15-B375(LS) bal B69(TR):

.12-B370(LS) hbg B7(HSB):

.11-B31(LS) ins A701(HSB):

.09-B351(CS) lthl B20(TR): etc.

(F13 einer von Horst Preissl stammenden Anatolierlinie – Cankiri 1997)

2097.01 >>> B2097.01(LS)1dr mit 100% VSH

Die beiden Königinnen 2097.01 und 2097.08 wurden bei unserer Auszählung im August 2019 in Rahmen des VSB-Projekts Buckfastimker Bayern e.V. in Zusammenarbeit mit dem Bieneninstitut Hessen (Kirchhain) auf SMR (= Suppressed Mite Reproduktion – Unterdrückte Milbenreproduktion) und REC (= Recapping – Wiederverdeckelung) ausgezählt.

 

Jedwedes Ausräumverhalten unterliegt oft jahreszeitlichen Schwankungen und wird den herrschenden Trachtverhältnissen angepasst. Auch der Befallsgrad mit Varroamilben spielt eine noch nicht gänzlich erforschte Rolle. Volk B2097.01(LS)1dr hatte in 2019 100% SMR und 100% VSH nach Infektion mit 150 Varroamilben. Volk B2097.08(LS)1dr hatte in 2019 80% SMR und 94% VSH.

 


Beim Bruthygienetest (=HYG+) im September 2020 lagen beide Königinnen gleichauf bei 100% Ausräumverhalten innerhalb 24 Stunden und die ausgeräumten Zellen waren bereits wieder frisch bestiftet.

Interessant sind auch die Werte beim Recapping (=REC) festgestellt wurden:

Volk 2097.01 hatte in 2019 mit 53% eine deutlich höhere Recappingquote insgesamt und bei den infizierten einfach befallenen Zellen sogar 100%. Im Volk 2097.08 wurden nur 12% Recapping festgestellt, bei den infizierten Zellen aber immerhin 40%. Über die genauen Zusammenhänge wissen wir leider noch viel zu wenig.

Von beiden Königinnen haben wir viele Nachzuchten erstellt und kontrolliert begatten lassen. Diese Völker werden noch im Winter 2020/21 ausgewertet und die Ergebnisse werden wohl im März zur Verfügung stehen.

 

Im August 2020 wurden unter anderem die Königinnen 2097.01 und 2097.08 in Stuttgart-Hohenheim im Rahmen des SETBie-Projekts des Landesverbandes Buckfast Süd nochmals getestet. Dazu werden zweimal innerhalb eines Monats jeweils eine einzige „handverlesene und vitale“ Varroamilbe direkt in 30 jüngst verdeckelte Brutzellen eingebracht und 8 Tage später das direkte Ausräumverhalten geprüft. Weitere 30 Brutzellen werden zur Kontrolle nur kurz geöffnet und danach ohne einsetzen einer Milbe wieder geschlossen.

 


Die Ergebnisse bei SETBie im Überblick:

Beim Versuchsaufbau in Hohenheim in 2020 waren die Ergebnisse umgekehrt. Hier schloss Volk Nr. 2097.01 im direkten Ausräumverhalten mit 48% etwas schlechter ab als Volk 2097.08 mit 70%. Interessant ist das Verhalten bei den 30 Kontrollzellen: Hier ist Volk 2097.01 besser, weil es „nur“ 3% ausräumt. Es erkennt, dass in den Zellen keine Milben sind und öffnet diese erst gar nicht. Wie aber sind die 20% Öffnung der Kontrollzellen von Volk 2097.08 zu werten? Hier geht man davon aus, dass ein Volk bis zu einem Kontrollwert von 20% Öffnen und Ausräumen als gut gewertet wird.

Bienen der B4129

Wünschenswert wäre hier sicherlich eine noch engere Zusammenarbeit der europäischen Bieneninstitute, um den Ursachen auch wirklich auf den Grund zu gehen.

 

B4129 waren bei mir in der Wanderimkerei sehr ruhig und hatten keinerlei Anzeichen von Schwarmtrieb.

 

 

 

 

 

Pedigree:

B3235(LS) =

 

.18-B3444(LS) otb S35(TK)1dr:

.18-B134(LS)1dr ins EL44(KK)1dr:

.17-B35(LS) ins B14Vt(RHO):

.15-B375(LS) bal B69(TR): etc.

(pure anatolica Cankiri 1997)

B3235(LS) ist eine späte Nachzucht von einer der besten Königinnen aus dem VSB-Projekt 2018, im Herbst in Obertrubenbach in Österreich auf der Privatbelegstelle mit Thomas Kodyms frischer etwas dunklerer Sahariensislinie S35(TK)1dr begattet. Die Mutter B3444(LS) hatte bei der Auszählung im August 2018 100 % VSH und wurde von mir im Oktober 2018 nachgezählt. Da lag der VSH-Wert der B3444 bei 81% bei einem Milbenbefall von unter 1%. Die Königin B3235 war zwei Jahre im Wirtschaftsvolk in der Imkerei vom Fritz Zieher eingesetzt. Der Honigertrag der Frühtracht war sehr gut, die Honigerträge im Sommer waren herausragend. Das Volk der 3235 wurde behandelt, hatte aber sehr wenige Varroamilben. Sehr schwarmträges Volk! Sehr ruhig und viel Honig! Farblich nicht so hell. Macht langlebige Bienen und mittelstarke Völker!

 

 

Breeder

Birth

Pedigree

Eval.

Vitality of

Temper

Swarm.

Fecon-

Crop

Over­win-

Building

Varroa

 

Hyg+

Treated

Tester

number

year

of queen

year

bees

brood

of bees

tend­ency

lity

Early

Summ.

Tering

Combs

Propol.

Num­ber

VSH+

24 h

 

code

B3235

18

B3444(LS) otb S35(TK)1dr

20

5

4

4

5

5

4

6

5

4

4

6

n.t.

 

100%

Treated but low mites

LS

B4129

21

B1452.11(LS) cop B2097.01(LS)1dr

21

4

4

4

4

4

5

4

4

6

n.t.

 

100%

Not treated

LS

B1452.11

19

B147Vt(LS) ins B525(LS)

20

5

4

4

4

4

4

5

92%

 

90%

Not

treated

LS

B2097.01-1dr

19

B209(FZ) ins V97-3(PJ)1dr

20

4

4

5

4

5

6

100%

 

100% + eggs

Not treated

LS